Eröffnung eines Handwerkbetriebs ohne Meisterprüfung

Erwachsene, Handwerker, Werkzeuge, Werkstatt

Eröffnung eines Handwerkbetriebs durch Anerkennung als Meister oder durch Ausnahmebewilligung

Die Tätigkeit als Handwerksmeister setzt die Aufstiegsweiterbildung als Geselle mit erfolgreich absolvierter Meisterprüfung voraus. Die Urkunde über die bestandene Meisterprüfung ist der Meisterbrief, mit ihm wird der gesetzlich geschützte Meistertitel verliehen. Aufgrund des Meisterzwangs bzw. der Meisterpflicht (§ 1 Abs. 1 in Verbindung mit § 7 Handwerksordnung (HwO)), die es nur Handwerksmeistern und Gleichgestellten erlaubt, handwerkliche Betriebe zu führen, stellt sich die Frage, wie ohne entsprechende Prüfungen ein Marktzugang gelingen kann.

Eine meisterähnliche Berufsqualifizierung erlaubt dies und kann auf folgenden Wegen erreicht werden:

  • Altgesellenregelung

In ihr ist gesetzlich geregelt, dass einem Gesellen mit mindestens sechs Jahren Berufserfahrung ähnliche berufsqualifizierende Fähigkeiten zugesprochen werden wie einem Handwerksmeister. Zudem muss der Geselle mindestens vier der sechs Jahre in einer leitenden Position mit entsprechenden Entscheidungsbefugnissen angestellt gewesen sein. Das bedeutet, dass er einen Betrieb auch ohne Meisterbrief in zulassungspflichtigen Handwerksberufen eröffnen darf, ohne selbst einen Meistertitel zu besitzen. Von dieser Regelung sind jedoch der Beruf des Schornsteinfegers sowie einige Handwerksberufe aus dem medizinischen Bereich ausgeschlossen wie beispielsweise der Zahntechniker.

Gesellen, die die entsprechenden Voraussetzungen für die Eröffnung eines Betriebs erfüllen (Gesellenprüfung oder ähnliche Prüfung, sechs Jahre Gesellenzeit bei 4 Jahren in führender Position, Nachweis der betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse zur Führung eines Betriebs), können bei der zuständigen Handwerkskammer eine Ausübungsberechtigung beantragen. Hier unterstützen wir gern.

  • Ausnahmebewilligung

Ohne Meistertitel bzw. Anerkennung eines Meistertitels ist ebenfalls die Eröffnung eines Handwerksbetriebs in Ausnahme zum Meisterzwang möglich.

  • Durch die Einstellung eines Meisters als technischen Betriebsleiter, benötigt der Inhaber des Betriebs selbst keinen eigenen Meistertitel und kann trotz allem die Eintragung in die Handwerksrolle erreichen.
  • Weiterhin können Sie selbst eine sogenannte Ausnahmebewilligung gemäß § 8 Abs. 1 HwO beantragen. Für die Antragstellung werden jedoch meistergleiche Fähigkeiten und Kenntnisse im entsprechenden Handwerksbereich vorausgesetzt. Zu den Ausnahmegründen für eine solche Bewilligung zählen gemäß der Handwerksordnung § 8 Abs. 1 beispielsweise:
    • Wenn der Antragsteller bereits ein fortgeschrittenes Lebensalter erreicht hat (ab ca. 47 Jahren)
    • Wenn der Antragsteller erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen hat
    • Wenn der Antragsteller unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten ist
    • Wenn der Antragsteller kurzfristig die Möglichkeit erhält, einen bestehenden Betrieb zu übernehmen (bspw. wenn der aktuelle Betriebsinhaber aus Krankheits- oder Altersgründen den Betrieb abgeben muss)
    • Andere Prüfungen, die mit der Meisterprüfung vergleichbar sind, wurden bereits abgelegt.
  • Staatsangehörige der EU oder der EWR können eine Ausnahmebewilligung beantragen, wenn neben den für den Meister erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zusätzlich noch die Voraussetzungen gem. § 9 HwO gegeben sind.

  • Wer bereits einen Handwerksbetrieb besitzt, das Leistungsspektrum aber durch einen weiteren Betrieb aus einer verwandten handwerklichen Branche erweitern möchte, kann eine sogenannte Ausübungsberechtigung für Betriebsinhaber beantragen. Hierfür sind folgende Voraussetzungen notwendig:
    Der Antragsteller muss bereits mit einem Handwerk in der Handwerksrolle eingetragen sein.
    Der Antragsteller muss nachweisen, dass er auch für den neuen Handwerksbetrieb die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt.

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